»Leben heißt letztlich eben nichts anderes als: Verantwortung tragen [...] für die Erfüllung der Aufgaben, die jedem einzelnen das Leben stellt.« (Viktor E. Frankl) Mit 35 Jahren kam der österreichische Psychiater Viktor E. Frankl in ein Konzentrationslager. In den Jahren der Gefangenschaft lernte er, wie Menschen mit unvorstellbarem Leid umgehen und wie es selbst an Orten größter Unmenschlichkeit möglich ist, einen Sinn im Leben zu sehen. Nach der Befreiung verfasste er in nur neun Tagen diesen bewegenden Erfahrungsbericht über seine Erlebnisse in den Konzentrationslagern Theresienstadt, Auschwitz und Türkheim. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Buch zum Klassiker der Überlebensliteratur, Generationen von Leserinnen und Lesern finden darin Trost und Orientierung. In über fünfzig Sprachen übersetzt, bietet es eine faszinierende und auch heute noch tief bewegende Erkundung der menschlichen Willenskraft. Rezension »Dieses meisterhafte Werk gehört zum kostbaren Bestand jener säkularen Literatur, in der die Grundwahrheiten unseres Jahrhunderts manifest werden.« deutschland-berichte Autorenportrait Viktor E. Frankl, geboren 1905, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien. Seine Eltern und sein Bruder starben im Konzentrationslager, nur er und seine Schwester überlebten. Trotzdem verlor er nie seinen Lebensmut. Nach dem Krieg stellte er die Sinnfrage in den Mittelpunkt seiner Arbeit als Psychologe und begründete die Logopädie als neue Therapieform. Er lehrte u.a. in Harvard, Stanford und San Diego und wurde zu einem der renommiertesten Psychologen des 20._Jahrhunderts. Er war Inhaber von 29 Ehrendoktoraten, seine Bücher sind weltweite Bestseller, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Viktor E. Frankl starb 1997 in Wien.
Auch sogenannte »Standardwerke« haben ihre besonderen Schicksale. Dies gilt durchaus von dem Buch der beiden am Centro Brasileiro de Análise e Planejamento in São Paulo arbeitenden Wissenschaftler, das seit seinem Erscheinen im Jahre 1969 zwar in Lateinamerika zahlreiche Auflagen erzielt hat, aber erst jetzt allmählich Europa erreicht, obschon es unter Lateinamerika-Spezialisten längst Gegenstand ausführlicher Debatten ist. Die Analyse der Ursachen von Unterentwicklung, der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Länder der Dritten Welt von den Industrieländern und der daraus folgenden »Verzerrungen« und »Verwerfungen« in der Sozialstruktur und im politischen System der abhängigen Staaten ist, im Hinblick auf die Verhältnisse in Lateinamerika, zum ersten Male von Cardoso und Faletto entfaltet und zu einer sozialwissenschaftlichen Theorie verdichtet worden. Die meisten neueren Beschreibungen der Konfliktfelder zwischen »Metropole« und »Peripherie«, zwischen reichen und armen Ländern zehren - jedenfalls was die Kriterien betrifft, unter die sie die Abhängigkeitsbeziehungen zusammenfassen - von Cardosos und Falettos Konzept oder haben aus ihm Nutzen gezogen. Inhaltsverzeichnis I. Einleitung II. Die Notwendigkeit einer umfassenden Analyse von Entwicklung 1. Die typologische Analyse: Traditionelle und moderne Gesellschaft 2. Der Begriff des sozialen Wandels 3. Struktur und Prozeß bedingen sich gegenseitig 4. Unterentwicklung, Peripherie und Abhängigkeit 5. Nationale Unterentwicklung 6. Typen der Verflechtung zwischen nationalen Ökonomien und Weltmarkt 7. Zusammenfassende Bemerkungen zur Notwendigkeit einer umfassenden Analyse von Entwicklung III. Die Grundsituation in der Periode der äußeren Expansion 1. Der Bruch des Kolonialpaktes (1810-1825) 2. Die Anfänge des Nationalstaates (1825-1850) 3. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und politische Instabilität 4. Festigung der externen Bindungen und bürgerlich-oligarchische Herrschaft 5. Die nationale Bourgeoisie verliert die Kontrolle über den Exportsektor IV. Entwicklung und sozialer Wandel in der Übergangsperiode 1. Die Übergangsperiode in Gesellschaften mit nationaler Produktionskontrolle 2. Die Übergangsperiode in Enklavenwirtschaften V. Nationalismus und Populismus: Die sozialen und politischen Kräfte der Entwicklung in der Phase der Konsolidierung des Binnenmarktes 1. Populismus und privates Unternehmertum: Argentinien 2. Populismus und nationale Entwicklung: Brasilien 3. Staatlich gelenkte Entwicklung VI. Die Internationalisierung des Marktes: Das neue Wesen der Abhängigkeit 1. Die strukturellen Grenzen des nationalen Industrialisierungsprozesses 2. Die Unterwerfung der Binnenmärkte unter die Kontrolle des ausländischen Kapitals 3. Abhängigkeit und Entwicklung VII. Schlußbemerkungen VIII. Nachwort Dialektik und die Analyse gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse Strukturelle Abhängigkeit Grundsituationen der Abhängigkeit Dependenz-Theorie und kapitalistische Entwicklung
Ein großes, die Konturen eines halben Jahrtausends umfassendes Gemälde vom Leben und Alltag des Menschen ist hier entworfen. Von der Dumpfheit des mittelalterlichen Dorfes ist die Rede, von der Schinderei, aber auch der Vielfalt des bäuerlichen Arbeitstages, vom bunten Lebenswirbel in der mittelalterlichen Stadt, vom Glücksrad, das sich dort zwischen Gauklern, ehrbaren Zunftbürgern und allerlei fahrendem Volke drehte, von der durch Fehde oder Fest nur selten durchbrochenen Einsamkeit der ritterlichen Burg, vom herben, aber auch erfindungsreichen Ordensalltag im mittelalterlichen Kloster. Autorenportrait Otto Borst begründete den Lehrstuhl für Landesgeschichte an der Universität Stuttgart. Seine mit mehreren Preisen ausgezeichnete publizistische Arbeit galt vor allem der sudwestdeutschen Geschichte.
Die weltweit gültige und verbindliche Fassung des Tagebuchs der Anne Frank, autorisiert vom Anne Frank Fonds Basel. Das Tagebuch von Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich. Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin. Die vorliegende Ausgabe ist die einzige vom Anne Frank Fonds in Basel autorisierte Fassung des Tagebuchs, von dem es eine erste und eine zweite, spätere Version gibt, die beide von Anne Frank selbst stammen. Sie hatte das von ihr über mehr als zwei Jahre geführte Tagebuch zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet, weil die erste Fassung ihren schriftstellerischen Ansprüchen nicht mehr genügte. Diese Ausgabe enthält den von Anne Frank überarbeiteten Tagebuchtext samt den unverändert aus der ersten Fassung übernommenen Teilen, ohne jene Auslassungen, die Annes Vater Otto Frank aus Diskretion vorgenommen hatte. Mirjam Pressler hat dafür eine neue, dem ungekünstelten Stil des Originals adäquate Übersetzung erarbeitet. Dieser vollständige Text, dessen Authentizität seit der kompletten Wiedergabe aller Werkfassungen in der kritischen Ausgabe der 'Tagebücher der Anne Frank' (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1988) unbestritten ist, vermittelt ein eindrucksvolles Bild von Anne Franks Gefühls- und Gedankenwelt und nicht zuletzt von ihren Fortschritten als Schriftstellerin. »...werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden? Ich hoffe es, ich hoffe es so sehr! Mit Schreiben kann ich alles ausdrücken, meine Gedanken, meine Ideale und meine Phantasien.« Anne Frank, 5. April 1944 Überblick über die Versionen der Tagebücher: Anne Frank hat zwei fragmentarische Tagebuchversionen hinterlassen: Version a und Version b Version a ist der ursprüngliche Tagebuchtext von Anne Frank. Version b ist Anne Franks unvollendete Bearbeitung der Tagebuch-Texte, mit der sie eine etwaige Publikation vorbereitet hat. Version b wurde 1986 erstmals publiziert. Seit kurzem wird dieses Fragment als Romanentwurf bezeichnet. Version c war die erste Fassung des Tagebuchs, die Otto Frank nach dem Krieg 1947 veröffentlichte. Otto Frank, der seine gesamte Familie verloren hatte, bereinigte den Text von Stellen, die für ihn das Andenken an seine Familie schmälerten. Die Version c ist seit 1990 nicht mehr lieferbar. Version d ist die so genannte Leseausgabe der Tagebücher, die vom Anne Frank Fonds autorisiert wurde und die Versionen a und b in eine Fassung überführt, so dass die Tagebuchtexte ungekürzt zur Verfügung stehen. Diese Version hat die Version c abgelöst und ist seit 1991 die weltweit verbindliche Grundlage für die Übersetzungen des Tagebuchs in über 80 Sprachen, in über 100 Ländern. Alle Versionen der Tagebücher - außer der Version c - sind in verschiedenen Ausgaben in der Übersetzung von Mirjam Pressler im S. Fischer Verlag lieferbar. Rezension Es ist eine wichtige Qualität der Jubiläumsausgabe, dass der Text nicht mit dem letzten Eintrag endet, sondern das Schicksal der Untergetauchten in einem Anhang weitererzählt. Hadassah Stichnothe Jüdische Allgemeine 20220428 Autorenportrait Anne Frank, am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren, emigriert 1933 mit ihren Eltern nach Amsterdam. Nachdem die deutsche Wehrmacht 1940 die Niederlande überfallen und besetzt hat, versteckt sich Anne Franks Familie gemeinsam mit vier anderen in einem Hinterhaus der Firma von Otto Frank. Ihrem Tagebuch vertraut die dreizehnjährige Anne während dieser Zeit ihre Gefühle und Gedanken an, beschreibt ihren Alltag im Versteck und die erdrückende Angst vor der Entdeckung. Das Tagebuch endet am 1. August 1944: Die jüdischen Bewohner des Hinterhauses werden denunziert und drei Tage später verhaftet, die Familie Frank wird nach Auschwitz deportiert und dort getrennt. Anne Frank und ihre Schwester Margot sterben sieben Monate später im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Am 6. Januar 1945 stirbt ihre Mutter Edith in Auschwitz. Otto Frank, der Vater von Anne und Margot, ist der einzige Überlebende aus dem Hinterhaus. Nach dem Krieg erhält er die Tagebücher seiner Tochter und publiziert 1947 erstmals Auszüge daraus. Bis heute ist die Vollversion des Tagebuchs von Anne Frank in über 80 Sprachen veröffentlicht worden. Mirjam Pressler, geboren 1940 in Darmstadt, besuchte die Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main und lebte als Übersetzerin und Schriftstellerin in der Nähe von München. Sie ist die Übersetzerin des Tagebuchs der Anne Frank, hat eine Biographie Anne Franks veröffentlicht ('Ich sehne mich so. Die Lebensgeschichte der Anne Frank') und mit großem Erfolg insgesamt fast vierzig Bücher publiziert. Mirjam Pressler ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, so u.a. 1995 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für 'Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen', 2001 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille für Verdienste um die deutsche Sprache, 2002 mit dem Deutschen Bücherpreis (Kinderbuch) für 'Malka Mai', 2004 mit dem Deutschen Bücherpreis für ihr literarisches Lebenswerk, 2010 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis Sonderpreis Gesamtwerk und 2015 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse sowie dem Internationalen Literaturpreis in der Kategorie Übersetzung. 2019 ist Mirjam Pressler in Landshut verstorben. Literaturpreise: Shortlist Hans Christian-Andersen-Preis 2016
Keinen Menschen der Antike kennen wir so gut wie Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.). Wir verdanken dies dem Umstand, dass ein großer Teil seiner Korrespondenz überliefert ist, im ganzen etwa 780 Briefe, davon gut die Hälfte an seinen Freund Titus Pomponius Atticus (110-32 v.Chr.) gerichtet. Die Atticus-Briefe sind insofern eine historische Quelle außerordentlichen Ranges, als Cicero sich in ihnen unbefangen und vorbehaltlos äußert. So folgen wir in zahlreichen Krisen seines Lebens zuweilen Tag für Tag den wechselnden Stimmungen, erleben den Kampf um gesellschaftliche und politische Anerkennung, erkennen aber auch Ciceros heiße Vaterlandsliebe, erhalten Einblick in die privaten Verhältnisse, kurzum, alle Züge seines Wesens erscheinen in klarer Kontur wie in einem Spiegel. Die Atticus-Briefe vermitteln uns das Bild eines antiken Menschen, der zwar nicht der Weltgeschichte ihren Lauf gewiesen hat, der aber doch zu den bedeutendsten Persönlichkeiten einer Zeit gehörte, in der Weltgeschichte gemacht wurde, und der darüber zu berichten weiß. Darin liegt der nicht zu schätzende Wert der Sammlung. Mit Einführung, Erläuterungen, Registern und Zeittafel. Autorenportrait Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.) römischer Staatsmann, Redner und Philosoph, studierte Recht, Rhetorik, Literatur und Philosophie in Rom. Sein Durchbruch als Anwalt und Politiker gelang ihm 70 v. Chr. im Prozess gegen Verres, 64 v. Chr. wurde er gegen Catilina zum Konsul gewählt. Als dieser einen Staatsstreich zum Sturz der Regierung organisierte, deckte Cicero die Verschwörung auf und ließ Angehörige der Gruppe hinrichten. Nach einjährigem Exil wurde er von Pompeius nach Rom zurückgerufen. Cicero wurde am 7. Dezember 43 v. Chr. ermordet.
In diesem Buch erzählt Lindenberg von seinen Jugendjahren im Zarenreich bis zum Beginn der Revolution im November 1917. Mit den Augen eines hellwachen, jungen Menschen betrachtet er das Leben im Zarenreich, den ersten Taumel der Revolution und die jähe Ernüchterung nach den Träumen und Wirren des Umsturzes. Lindenberg beschreibt so aus ganz privater Sicht ein kleines Stück bedeutsamer europäischer Geschichte. Autorenportrait Professor h.c. Dr. med. Wladimir Lindenberg wurde 1902 in Russland als Adelsspross geboren, entkam mit großem Glück der russischen Revolution und lebte fortan in Deutschland. Sein reiches schriftstellerisches Schaffen umfasst eine Autobiografie in sechs Bänden, Bücher über Yoga, Religion und vor allem Bücher zur Lebenshilfe. Wladimir Lindenberg starb 1997 in Berlin-Schulzendorf.
Das tägliche Schreiben langer Briefe, von denen an die 5000 erhalten sind, wurde ihr zum Ersatz für Freundschaften, die sie im französischen 'Exil' entbehrte, und zum Heilmittel für ihre Melancholie. Die vorliegende Ausgabe bietet eine chronologisch geordnete Auswahl aus ihrem Briefwerk. Inhaltsverzeichnis Kiesel, Helmuth: Einleitung. Autorenportrait Helmuth Kiesel, geboren 1947, lehrte Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Heidelberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Gotthold Ephraim Lessing, Alfred Döblin, Erich Kästner, Ernst Jünger, Martin Walser und anderen. Er ist Herausgeber der zwölfbändigen Werkausgabe Martin Walsers.
Was verbindet die jahrtausendealten Überlieferungen der Hopi mit dem Sternbild Orion? Warum erzählen ihre Mythen von vergangenen Welten, geheimnisvollen Wesen und einer besonderen Verbindung zu den Sternen?"Der Hopi-Orion-Kodex" führt auf eine faszinierende Spurensuche durch Geschichte, Archäologie, Mythologie und Prä-Astronautik. Oliver Strotmann untersucht die Überlieferungen der Hopi, ihre Prophezeiungen, Katsinam und Ameisenmenschen sowie die geheimnisvolle Orion-Korrelation ihrer heiligen Orte.Die Reise führt weiter nach Ägypten, zu den Dogon und zum Sirius - und zu erstaunlichen Parallelen zwischen Kulturen, die Tausende Kilometer voneinander entfernt entstanden.Was davon ist historisch belegbar? Was ist Mythos, was moderne Interpretation - und könnte hinter manchen Überlieferungen eine Erinnerung an Ereignisse stecken, die wir bis heute nicht vollständig verstanden haben?Eine spannende Suche nach den Ursprüngen einiger der größten ungelösten Rätsel der Menschheit. Autorenportrait Oliver Strotmann, geboren 1981 in Stade, ist Historiker, Buchautor und Amazon-Bestsellerautor.Seine Leidenschaft gilt der Geschichte und den Geschichten, die sich hinter ihr verbergen. In seinen Büchern beschäftigt er sich mit historischen Ereignissen, alten Kulturen, außergewöhnlichen Persönlichkeiten und Rätseln der Vergangenheit. Dabei verbindet er sorgfältige Recherche mit einer lebendigen und verständlichen Erzählweise.Mit seinem Buch Jesus der Außerirdische erreichte Oliver Strotmann den Status eines Amazon-Bestsellers. Seine Arbeit beschränkt sich jedoch bewusst nicht auf ein einzelnes Themengebiet. Sein Interesse reicht von historischen Überlieferungen und alten Kulturen bis hin zu regionalgeschichtlichen Themen und nahezu vergessenen Ereignissen und Geschichten.Bevor er sich vollständig dem Schreiben und der historischen Recherche widmete, war Strotmann viele Jahre als Schauspieler und Protagonist für Film- und Fernsehproduktionen tätig und wirkte in mehr als 40 Produktionen mit. Seit 2026 konzentriert er sich auf seine Arbeit als Autor und Historiker.Seine Bücher stehen für die Freude am Entdecken, sorgfältige Recherche und den Anspruch, Geschichte spannend und zugänglich zu erzählen. Denn für Oliver Strotmann ist die Vergangenheit längst noch nicht auserzählt.
Naturforscher, Entdecker, Revolutionär: die Wiederentdeckung des Georg Forster Georg Forster war seiner Zeit weit voraus: Bereits als junger Mann bereiste er die entlegensten Winkel der damals bekannten Welt und stellte mit seinen Ideen zu Menschlichkeit und Freiheit die europäischen Weltanschauungen des 18. Jahrhunderts radikal infrage. Von seiner Weltumsegelung mit James Cook brachte er den unerschütterlichen Glauben an die Gleichheit aller Menschen zurück. Seine Einsichten und seinen Ruhm nutzte Forster, um gegen Imperialismus, Rassismus und Sklaverei zu kämpfen. Immer wieder geriet er dadurch mit den Vorstellungen seiner Zeit - und den Autoritäten - in Konflikt. Angesteckt von den Ideen der Französischen Revolution, wurde Foster schließlich Anführer der kurzlebigen Mainzer Republik. Gestützt auf einen immensen Fundus an Quellen und die umfangreiche Korrespondenz Forsters, zeichnet Andrea Wulf das lebendige Porträt eines leidenschaftlichen, freien Geistes, der sein Leben lang danach strebte, das zu finden, was uns alle verbindet. Ausstattung: 2 x 16 Seiten Farbbildteil sowie Karten und zahlreiche s/w-Abbildungen im Text Rezension »Andrea Wulf hat ... nicht einfach ein historisches Porträt verfasst. Forsters Denken interessiert sie auch als eine Art Werkzeug für ein besseres Verständnis der Gegenwart.« DIE ZEIT Autorenportrait Andrea Wulf, geboren in Indien und aufgewachsen in Deutschland, lebt in London. Als Autorin wurde sie mit einer Vielzahl internationaler Preise ausgezeichnet, vor allem für ihren Weltbestseller »Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur« (2016), der in 27 Sprachen übersetzt wurde und 2016 den Bayerischen Buchpreis bekam. Auch »Fabelhafte Rebellen« (2022) wurde ein internationaler Bestsellererfolg. Auf Deutsch sind von ihr außerdem erschienen »Die Vermessung des Himmels. Vom größten Wissenschaftsabenteuer des 18. Jahrhunderts« (2012/2017) und die Graphic Novel »Die Abenteuer des Alexander von Humboldt. Eine Entdeckungsreise« (2019). Andrea Wulf schreibt u.a. für die New York Times, The Atlantic und die Financial Times. Sie ist ein Fellow der Royal Society of Literature.
Die Geschichte einer Familie, in der sich das 20. Jahrhundert spiegelt »Welch wunderbares, feines, warmherziges, offenes Buch! Ich bin dankbar, es gelesen zu haben.« Igor Levit Rüdiger von Fritsch blickt auf eine lange Karriere als Diplomat im Auswärtigen Amt zurück. In den 80er-Jahren war er in der deutschen Botschaft in Warschau dafür zuständig, den Kontakt zur illegalen demokratischen Opposition zu halten. In den 90ern bereitete er die EU-Osterweiterung mit vor. Er war Botschafter in Warschau und in Moskau. Seine Einblicke in die russische Gesellschaft und den Neo-Imperialismus Putins hat er in Büchern geschildert, die zu Bestsellern wurden. Sein neues Buch erzählt die Geschichte seiner Familie: von der Großmutter, die noch den russischen Zarenhof kennenlernte, bis zu den gefallenen Brüdern seiner Eltern. Von Großonkel Werner von Fritsch bis zu seinem Vater Thomas, der bis zu seinem Tod im Bann des Nationalsozialismus stand. Rüdiger von Fritsch sollte das sein Leben lang beschäftigen. Die »Geschichte in mir« ist ein eindringliches und bewegendes Zeugnis, wie wichtig es ist, über Verlust und Entwurzelung, über Schuld und Verstrickung auch in der eigenen Familie zu sprechen. »Das ist das Faszinierende an dieser Geschichte, wodurch sie sich von zahlreichen Abrechnungen mit Nazi-Vätern unterscheidet: das Aushalten der Ambivalenzen und Widersprüche.« Wolfgang Schneider, FAZ »Ein grandioses Buch!« Markus Lanz »Ein ebenso mutiges wie bewegendes Buch.« Heinrich August Winkler »Ein packendes und gedankenreiches Buch.« Denis Scheck Rezension »Welch wunderbares, feines, warmherziges, offenes Buch! Ich bin dankbar, es gelesen zu haben.« Igor Levit Autorenportrait Rüdiger von Fritsch, geboren 1953, bereitete die EU-Osterweiterung als Unterhändler in Brüssel vor, er war Leiter des Planungsstabes des Bundespräsidenten und Vizepräsident des BND. Von 2010 bis 2014 war er Botschafter in Warschau und von 2014 bis 2019 Botschafter in Moskau. Wie seine Arbeit als Diplomat in Verbindung mit seiner Familiengeschichte steht, ist eines der Themen von »Die Geschichte in mir«. Seine bisherigen Bücher »Russlands Weg«, »Zeitenwende« und »Welt im Umbruch«, in denen er Putins Neo-Imperialismus hellsichtig analysierte, wurden zu SPIEGEL-Bestsellern.
Die Hanse, ein Zusammenschluss von norddeutschen Kaufleuten, der sich Mitte des 14. Jahrhunderts zu einer Städtegemeinschaft wandelte und zur nordeuropäischen Großmacht avancierte, ist ein einzigartiges historisches Gebilde. Je mehr heute die Nationalstaaten an Bedeutung verlieren, desto deutlicher wird die erstaunliche Dimension dieser Wirtschaftsgemeinschaft, die den gesamten Nord- und Ostseeraum erfasste und nahezu ein halbes Jahrtausend existierte. Nicht nur Wirtschaft und Politik wurden von ihr geprägt, sondern auch die bürgerliche Kultur bis hin zur Architektur - noch heute erkennbar in alten Hansestädten wie Lübeck oder Braunschweig.Philipp Dollingers Gesamtdarstellung, die sich durch Quellennähe und gute Lesbarkeit auszeichnet, gilt als Grundlage jeder Beschäftigung mit der Hanse. Nils Jörn und Volker Henn haben den gesamten Text behutsam aktualisiert und auf den neuesten Stand der Forschung gebracht. Der umfangreiche Anhang mit Quellentexten und Statistiken, Zeittafel, Karten, Personen- und Sachregister macht das Werk zu einem höchst brauchbaren Lese- und Arbeitsbuch. Autorenportrait Philippe Dollinger, Schüler von Marc Bloch, lehrte von 1945 bis 1974 mittelalterliche Geschichte an der Universität Straßburg. Nils Jörn, geb. 1964 auf Rügen, hat zu den englisch-hansischen Beziehungen promoviert und ist Mitarbeiter im Stadtarchiv Wismar. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Landes-, Hanse- und Rechtsgeschichte.Volker Henn, Jg. 1942, Akad. Direktor i.R., hat in Göttingen und Bonn Geschichte, Anglistik und Philosophie studiert, 1970 Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über das ligische Lehnrecht; 1970-2007 an der Universität Trier (im Teilfach Mittelalterliche Geschichte/Geschichtliche Landeskunde); zahlreiche Veröffentlichungen zur hansischen Geschichte.
Jacob Burckhardts Kultur der Renaissance in Italien ist ein klassisches Beispiel großer kulturhistorischer Literatur; ihr Thema ist eine Epoche, die als das leuchtendste Kapitel europäischer Kulturgeschichte gelten darf. In sechs Abschnitten entwirft Burckhardt anhand der originalen lateinischen und italienischen Quellen die Konturen und Gestaltungsformen des uomo universale. Zu den zentralen Aspekten gehören dabei die Ausbildung des modernen Individuums, die neuartige Entdeckung der Welt und des Menschen in Reisen, in Naturforschung und Landschaftswahrnehmung, aber auch die Formen der höheren Geselligkeit, die Burckhardt am Beispiel des Höflings und der Stellung der gebildeten Frau plastisch verdeutlicht.Die vorliegende Ausgabe orientiert sich an der letzten von Burckhardt selbst bearbeiteten Auflage. Im Anhang findet sich neben einem ausführlichen Register das detaillierte ursprüngliche Inhaltsverzeichnis Burckhardts, das eine sehr gute Orientierung im Text ermöglicht. Die zahlreichen fremdsprachlichen Stellen in den Anmerkungen wurden übersetzt und ein Literaturverzeichnis informiert über die von Burckhardt selbst verwendete Literatur sowie aktuelle weiterführende Titel. Autorenportrait Jacob Burckhardt (1818-97) begann seine akademische Laufbahn 1837 auf Wunsch seines Vaters mit dem Studium der evangelischen Theologie in Basel, wobei er sich schon damals nebenher mit Philologie und Geschichte beschäftigte. Nach seinem Wechsel nach Berlin wandte er sich vollends dem Studium der Geschichte, Philologie und Kunstgeschichte zu. Ab 1845 war er außerordentlicher Professor in Basel und wurde 1855 ordentlicher Professor für Kunstgeschichte in Zürich; 1858 übernahm er den Lehrstuhl für Geschichte und Kunstgeschichte in seiner Heimatstadt Basel.
Auf 250 Seiten einmal durch 2000 Jahre deutscher Geschichte: Überzeugend und souverän führt James Hawes von den alten Römern bis in die Gegenwart. Eine große Tour durch die Jahrhunderte, die in einer leidenschaftlichen Hommage an die Bundesrepublik endet. Der Sieg gegen die Römer im Teutoburger Wald, die barbarische Grausamkeit des Dreißigjährigen Kriegs, der Aufstieg des militaristischen Preußens im 18. Jahrhundert wie Blitzlichter scheinen diese historischen Ereignisse in James Hawes' fulminantem Parforceritt durch die deutsche Geschichte auf. Die alles beherrschende Frage, die sich wie ein roter Faden durch die Seiten zieht: Gehört das Herzstück Europas zum Westen oder zum Osten? Für Hawes ist klar, dass dieses Land zum Westen zählt. Die Bundesrepublik, so wie wir sie kennen, sieht er in der Tradition des wahren, historischen Deutschlands, dem Staatshörigkeit, puritanischer Eifer und narben gesichtiger Militarismus stets fremd waren. Hawes ist sich sicher: Deutschland ist heute »Europas größte Hoffnung«. ___ Wer unterhaltsame historische Sachbücher mag, wird diesen Bestseller lieben! Absolute Pflichtlektüre für jeden Deutschen und für alle, die sich für die Geschichte Deutschlands interessieren! ___ Rezension "Die kürzeste Geschichte Deutschlands" lenkt den Blick auf historische Tatbestände, die sonst unter Bergen von Rhetorik zur deutschen Einheit verschüttet sind." Winfried Dolderer Deutschlandfunk Andruck 20180513 Autorenportrait James Hawes, geboren 1960 in der englischen Grafschaft Wiltshire, ist passionierter Schriftsteller und Universitätsdozent für kreatives Schreiben in Oxford. Der promovierte Germanist verfasste zahlreiche Romane und Drehbücher, auf Deutsch liegen von ihm vor »Ein weißer Mercedes mit Heckflossen« und »Ranziges Aluminium«. Bei Propyläen erschien sein Bestseller »Die kürzeste Geschichte Deutschlands«. Stephan Pauli übersetzt Sachbücher aus dem Englischen und Spanischen, u.a. von Adam Alter, Ben Schott und Amy Stewart.
Statt sich durch Jahrhunderte zu wühlen, ordnet er die Geschichte des Kontinents anhand thematischer Schwerpunkte und stellt ungeahnte Zusammenhänge her. So präsentiert er etwa die "drei Grundzutaten Europas", stellt uns mit Humor das gemeine Volk vor und führt leichtfüßig durch Sprachlandschaften, Politik und Ideengeschichte. Das Ergebnis sind überraschende Erkenntnisse über eine vermeintlich vertraute Weltregion und eine enorm unterhaltsame Lektüre. Mit dieser erweiterten und um ein Nachwort ergänzten Ausgabe reicht diese über 2000-jährige Kulturgeschichte nun bis in die jüngste Vergangenheit - fundiert, prägnant und kurzweilig. Autorenportrait John Hirst (1942-2016) war einer der profiliertesten Historiker Australiens. Fast 40 Jahre lehrte er an der La Trobe University in Melbourne, u. a. zur europäischen Geschichte, und prägte mit seinem eleganten wie klaren Stil und seinem Sinn für unkonventionelle Perspektiven die Geschichtsschreibung. Zudem war er maßgeblich an der Erneuerung des Geschichtsverständnisses an australischen Schulen beteiligt.
In dieser äußerst unterhaltsamen Einführung zeichnet der Historiker Christopher Harding Japans reiche Geschichte über mehrere Jahrtausende hinweg nach. Angefangen bei den ersten Küstengemeinden über die Verbreitung des Buddhismus, den Aufstieg der Kriegsherren und Samurai, die Verheißungen und die Bedrohung durch den Westen bis hin zum Aufbau des japanischen Imperiums untersucht Harding, wie sich eine distinkte japanische Gesellschaft und Kultur herausbildete. Auf Basis neuester Forschung räumt das Buch mit Klischees auf und eröffnet einen lebendigen, sinnlichen Zugang zu Japans Geschichte, Werten und Kultur, so eindrücklich, als würde man selbst durch das Land reisen, Seide berühren, Tatami riechen oder eine Schüssel Ramen genießen. Autorenportrait Christopher Harding, geboren 1978 in London, ist Kulturhistoriker mit Schwerpunkt auf Japan, Indien und den Beziehungen zwischen Ost und West. Nach seinem Studium in Oxford und einer Forschungszeit in Japan lehrt er heute asiatische Geschichte an der University of Edinburgh. Seine Arbeiten erscheinen unter anderem in BBC History Magazine, The Guardian und The New York Times. Harding ist Autor des viel gelobten Buches »Japan Story: In Search of a Nation« (2019), von Neil MacGregor als "meisterhaft" beschrieben, sowie von »The Japanese« (2020) und »The Light of Asia« (2024). Darüber hinaus ist er als Journalist und Radiomoderator für BBC Radio 3 und 4 tätig und betreibt den Blog »IlluminAsia« über Asiens Einfluss auf das westliche Leben. Stephan Pauli übersetzt Sachbücher aus dem Englischen und Spanischen, u.a. von Adam Alter, Ben Schott und Amy Stewart.
Eine unfassbare Geschichte über Liebe, Intrigen und Spionage rund um die berüchtigte Fluchtroute der Nazis über den Vatikan nach Argentinien: Meisterhaft erzählt von dem bekannten Menschenrechtsanwalt und Bestsellerautor Philippe Sands. Im Mittelpunkt stehen Leben, Flucht und Tod des SS-Offiziers Otto Wächter, Spross einer der angesehensten Familien Österreichs, zunächst Jurist in Wien und ab 1939 NS-Gouverneur von Krakau bzw. ab 1942 von Galizien. Nach 1945 als Massenmörder gesucht, gelingt ihm die abenteuerliche Flucht in den Vatikan unter den Schutz des Bischofs Hudal. Doch bevor er sich nach Argentinien absetzen kann, stirbt er 1949 überraschend. Jahrzehnte später begegnet Philippe Sands Ottos Sohn Horst Wächter. Es ist der Beginn einer komplexen Ermittlung: Horst behauptet, sein Vater sei vergiftet worden. Sands beschließt, die Wahrheit herauszufinden. Ausgehend von den privaten Briefen und Tagebüchern der Familie Wächter, gelingt ihm ein intimes, verstörendes Porträt des SS-Mannes und seiner Frau. Dabei lässt er uns auch an seinen Begegnungen mit Horst Wächter teilhaben - und damit an der Beziehung zweier Männer, die auf unterschiedlichen Seiten der Geschichte stehen. »Eine fesselnde Reise durch die Zeit und ein Porträt des Bösen in all seiner Komplexität, Banalität und Selbstgerechtigkeit.« Stephen Fry Rezension Eine Empfehlung für alle Leser, die sich für die Grautöne im Schwarz-Weiß der Geschichte interessieren. Isabel Lauer Nürnberger Zeitung 20210303 Autorenportrait Philippe Sands, geboren 1960, ist Anwalt und Professor für Internationales Recht und Direktor des Centre for International Courts and Tribunals am University College London. Leidenschaftlich setzt er sich für humanitäre Ziele und das Völkerrecht ein. Er formulierte u. a. die Anklage gegen den chilenischen Diktator Pinochet. 2020 erschien von ihm »Die Rattenlinie - ein Nazi auf der Flucht«, 2017 »Rückkehr nach Lemberg«, das mit dem renommierten Baillie Gifford Prize und dem Wingate Literaturpreis 2016 ausgezeichnet und Buch des Jahres bei den British Book Awards 2017 wurde. Thomas Bertram, geboren 1954 in Gelsenkirchen, lebt nach Jahren in der schwäbischen Diaspora seit 1996 als freier Lektor, Übersetzer, Autor und Herausgeber wieder in seiner Heimatstadt. Wie fast jeder im Ruhrgebiet kam er schon als Fußballfan auf die Welt. Die Bundesliga betrachtet er natürlich am liebsten durch die Brille »seines« Klubs Schalke 04, erkennt aber an, dass es noch andere Vereine geben muss.
Der Titel dieses Buches stammt aus der Internationale: »Wacht auf, Verdammte dieser Erden«. Man hat es das 'kommunistische Manifest der antikolonialen Revolution' genannt, man spricht schon von Fanonismus, und in der Tat: Fanons Einfluß in der Dritten Welt wächst von Tag zu Tag. Indem Fanon von der Revolution der Dritten Welt spricht, spricht er auch von der westlichen Welt. Er stellt ihr die Diagnose: von außen her, unerbittlich, und nicht in der Absicht zu helfen, zu retten. Das macht sein Buch zum Skandal. Autorenportrait Frantz Fanon (1925-1961) war ein aus Martinique stammender Arzt, Psychiater, Theoretiker, Politiker und Revolutionär. Mit seinem psychiatrischen und politischen Handeln, seinem Denken und seinen Schriften hat er die globale Dekolonisierungsbewegung im 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt.
Das umfassende, alphabetisch nach Orten geordnete Nachschlagewerk zur Geschichte Thüringens ist für den Regionalhistoriker unentbehrlich, für den historisch interessierten Reisenden ein zuverlässiger Begleiter und für den Thüringer ein einzigartiges Erinnerungsbuch.
Dieses Handbuch beschreibt in alphabetisch angeordneten Artikeln 531 Städte, Marktflecken, Burgen, Klöster und Adelssitze, an denen sich geschichtliches Leben verdichtet hat. Die geschichtliche Einführung und ein ausführlicher Anhang mit Stammtafeln, Bischofslisten, Glossar, Literaturverzeichnis, Personenregister und Gebietskarten machen den Band zu einem umfassenden Nachschlagewerk zur Lokal- und Landesgeschichte Schlesiens von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Für den Fachhistoriker eine erste Einführung, für den historisch interessierten Reisenden ein unentbehrlicher Begleiter. Ok Autorenportrait Dr. Hugo Weczerka, geboren 1930, ist Historiker und war bis 1995 Direktor des Gottfried Herder-Instituts in Marburg/Lahn. Er hat insbesondere Arbeiten zur Geschichte Rumäniens, der Hanse und Schlesiens veröffentlicht. Für den Kröner Verlag hat er den Band 'Schlesien' in der Reihe 'Handbuch der Historischen Stätten' (KTA 316, 2. Aufl. 2003) herausgegeben.
Das Gesamtporträt nordischer Spätgotik zählt zu den bedeutendsten Werken der Kulturgeschichtsschreibung, an wissenschaftlichem Rang, Glanz der Darstellung und der Weite des Blicks nur mit den klassischen Werken Jacob Burckhardts vergleichbar. In packender Anschaulichkeit schildert Huizinga Mensch und Gesellschaft, Geist und Leben, Kunst und Literatur, Frömmigkeit und Glaube der burgundisch-flämisch-niederländischen Welt des 14. und 15. Jahrhunderts. Die höchst suggestive Darstellung der Spannung zwischen asketischer Weltabgewandtheit und Lebensgier, der Flucht in die schöne Illusion, die das ausgehende Mittelalter von der Aristokratie bis zu den unteren Ständen bestimmten, prägt bis heute unsere Vorstellung vom Spätmittelalter.In der 12. Auflage präsentiert sich das Werk neu gesetzt und mit einer neuen Bildauswahl. Eine ausführliche Einleitung von Birgit Franke und Barbara Welzel erleichtert den Zugang und erschließt die Bedeutung des Werks für die Sicht des Mittelalters in der gegenwärtigen Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte. Autorenportrait Dr. Johan Huizinga (1872-1945) war Professor für Geschichte in Groningen und Leiden und von 1929 bis 1942 Präsident der philologisch-historischen Klasse der 'Königlichen Akademie der Wissenschaften' der Niederlande. Im Kröner-Verlag ist sein historiografisches Meisterwerk 'Herbst des Mittelalters' (KTA 204, 12. Aufl. 2006), eine Kulturgeschichte des spätmittelalterlichen Europa, in deutscher Übersetzung erschienen. Weitere Veröffentlichungen: 'Erasmus' (1924), 'Holländische Kultur des 17. Jahrhunderts' (1933), 'Homo ludens' (1938) und 'Geschichte und Kultur' (1954).
This book explores the history of the Kalanga in Zimbabwe and, to a lesser extent, Botswana, using their experience to examine the complex processes of identity formation in African societies. The author traces the emergence of a shared Kalanga identity and sense of belonging within larger hegemonic polities, particularly the Rozvi and Ndebele states. The book argues that language, shaped by chieftaincy as well as colonial and postcolonial institutional structures, played a pivotal role in the construction and maintenance of Kalanga collective identity. It examines the (un)making of Kalanga identity over time, highlighting how it was shaped by chieftainship, religion, and language in the precolonial period and subsequently reconfigured through the institutions of the colonial and postcolonial states. Focusing on the politics surrounding the promotion and survival of TjiKalanga, the language of the BaKalanga, the book analyses their struggles to preserve their language and ethnic identity, defend claims to ancestral lands, and secure political and cultural recognition. Adopting a longue durée perspective, the study makes a significant contribution to understanding the historical struggles of ethnic minorities for belonging and recognition across different historical epochs. In doing so, the book disentangles Kalanga identity from the broader Ndebele identity that has often subsumed both the Kalanga and other minority groups.
Der Historiker Rutger Bregman setzt sich in seinem Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch nicht böse, sondern, so Bregman, im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken. In seinem mitreißend geschriebenen, überzeugenden Buch präsentiert Bregman Ideen für die Verbesserung der Welt. Sie sind innovativ und mutig und stimmen vor allem hoffnungsfroh. Rezension Mit Bregman auf seine forsche Recherchereise durch die Weltgeschichte zu segeln, ist so erfrischend wie aufschlussreich. Tessa SZYSZKOWITZ Falter 20200708 Autorenportrait Rutger Bregman, geboren 1988, ist Historiker und einer der innovativsten Denker Europas. 2017 erschien sein Buch Utopien für Realisten, 2020 folgte der Bestseller Im Grunde gut, der bisher in 46 Sprachen übersetzt wurde. Zuletzt erschien 2024 Moralische Ambition bei Rowohlt. Bregman lebt mit seiner Familie in den Niederlanden, wo er als Journalist für die Nachrichtenplattform De Correspondent tätig ist. Ulrich Faure, geboren 1954 in Halle/Saale, war langjähriger Online-Chefredakteur beim Branchenmagazin BuchMarkt. Er lebt als Übersetzer aus dem Niederländischen, Publizist, Lektor und Herausgeber in Düsseldorf.
Die Erlebnisse Ernst Jüngers vom Januar 1915 bis zum August 1918 an der Westfront spiegeln sich in den »Stahlgewittern« wieder: vom Grabenkrieg in der Champagne und der Schlacht bei Cambrai bis hin zu den Stoßtruppunternehmen in Flandern und zuletzt der Verleihung des Ordens Pour le mérite nach seiner Verwundung. »'In Stahlgewittern' machte ihn zum Helden einer Generation junger Offiziere, die alles gegeben hatten und am Ende bestenfalls das Eiserne Kreuz davontrugen. Gide pries es als 'das schönste Kriegsbuch, das ich je las.' Tatsächlich ähnelt es keinem anderen Buch der damaligen Zeit - keine Spur von den pastoralen Meditationen eines Siegfried Sassoon oder Edmund Blunden, kein Anflug von Feigheit wie bei Hemingway, kein Masochismus wie bei T. E. Lawrence und kein Mitleid wie bei Remarque.« Bruce Chatwin Der Text dieser Ausgabe folgt Ernst Jüngers Fassung letzter Hand in den Sämtlichen Werken in 22 Bänden. Leseprobe In den Kreidegräben der Champagne Der Zug hielt in Bazancourt, einem Städtchen der Champagne. Wir stiegen aus. Mit ungläubiger Ehrfurcht lauschten wir den langsamen Takten des Walzwerks der Front, einer Melodie, die uns in langen Jahren Gewohnheit werden sollte. Ganz weit zerfloß der weiße Ball eines Schrapnells im grauen Dezemberhimmel. Der Atem des Kampfes wehte herüber und ließ uns seltsam erschauern. Ahnten wir, daß fast alle von uns verschlungen werden sollten an Tagen, in denen das dunkle Murren dahinten aufbrandete zu unaufhörlich rollendem Donner - der eine früher, der andere später? Wir hatten Hörsäle, Schulbänke und Werktische verlassen und waren in den kurzen Ausbildungswochen zu einem großen, begeisterten Körper zusammengeschmolzen. Aufgewachsen in einem Zeitalter der Sicherheit, fühlten wir alle die Sehnsucht nach dem Ungewöhnlichen, nach der großen Gefahr. Da hatte uns der Krieg gepackt wie ein Rausch. In einem Regen von Blumen waren wir hinausgezogen, in einer trunkenen Stimmung von Rosen und Blut. Der Krieg mußte es uns ja bringen, das Große, Starke, Feierliche. Er schien uns männliche Tat, ein fröhliches Schützengefecht auf blumigen, blutbetauten Wiesen. »Kein schönrer Tod ist auf der Welt ...« Ach, nur nicht zu Haus bleiben, nur mitmachen dürfen! »In Gruppenkolonne antreten!« Die erhitzte Phantasie beruhigte sich beim Marsch durch den schweren Lehmboden der Champagne. Tornister, Patronen und Gewehr drückten wie Blei. »Kurztreten! Aufbleiben dahinten!« Endlich erreichten wir das Dorf Orainville, den Ruheort des Füsilierregiments 73, eins der ärmlichen Nester jener Gegend, gebildet durch fünfzig Häuschen aus Ziegel- oder Kreidestein um einen parkumschlossenen Herrensitz. Das Treiben auf der Dorfstraße bot den an die Ordnung der Städte gewöhnten Augen einen fremden Anblick dar. Man sah nur wenige, scheue und zerlumpte Zivilisten; überall Soldaten in abgetragenen, zerschlissenen Röcken mit wettergegerbten, meist von großen Bärten umrahmten Gesichtern, die langsamen Schrittes dahinschlenderten oder in kleinen Gruppen vor den Türen der Häuser standen und uns Neulinge mit Scherzrufen empfingen. In einem Torweg glühte eine nach Erbsensuppe duftende Feldküche, von kochgeschirrklappernden Essenholern umringt. Es schien, als triebe das Leben hier ein wenig dumpfer und langsamer. Der Eindruck wurde durch den beginnenden Verfall des Dorfes noch vertieft. Nachdem wir die erste Nacht in einer gewaltigen Scheune verbracht hatten, wurden wir im Hofe des Schlosses vom Regimentsadjutanten, dem Oberleutnant von Brixen, eingeteilt. Ich kam zur neunten Kompanie. Unser erster Kriegstag sollte nicht vorübergehen, ohne uns einen entscheidenden Eindruck zu hinterlassen. Wir saßen in der uns zur Unterkunft angewiesenen Schule und frühstückten. Plötzlich dröhnte eine Reihe dumpfer Erschütterungen in der Nähe, während aus allen Häusern Soldaten dem Dorfeingang zustürzten. Wir folgten ihrem Beispiel, ohne recht zu wissen, warum. Wieder ertönte ein eigenartiges, nie gehörtes Flattern und Rauschen über uns und ertrank in polterndem Krachen. Ich wunderte mich, daß die Leute um mich her sich mitten im Lauf wie unter einer furchtbaren Drohung zusammenduckten. Das Ganze erschien mir etwas lächerlich; etwa so, als ob man Menschen Dinge treiben sähe, die man nicht recht versteht. Gleich darauf erschienen dunkle Gruppen auf der menschenleeren Dorfstraße, in Zeltbahnen oder auf den verschränkten Händen schwarze Bündel schleppend. Mit einem merkwürdig beklommenen Gefühl der Unwirklichkeit starrte ich auf eine blutüberströmte Gestalt mit lose am Körper herabhängendem und seltsam abgeknicktem Bein, die unaufhörlich ein heiseres »Zu Hilfe!« hervorstieß, als ob ihr der jähe Tod noch an der Kehle säße. Sie wurde in ein Haus getragen, von dessen Eingang die Rote-Kreuz-Flagge herabwehte. Was war das nur? Der Krieg hatte seine Kral Autorenportrait Ernst Jünger, am 29. März 1895 in Heidelberg geboren. 1901-1912 Schüler in Hannover, Schwarzenberg, Braunschweig u. a. 1913 Flucht in die Fremdenlegion, nach sechs Wochen auf Intervention des Vaters entlassen 1914-1918 Kriegsfreiwilliger 1918 Verleihung des Ordens »Pour le Mérite«. 1919-1923 Dienst in der Reichswehr. Veröffentlichung seines Erstlings »In Stahlgewittern«. Studium in Leipzig, 1927 Übersiedlung nach Berlin. Mitarbeit an politischen und literarischen Zeitschriften. 1936-1938 Reisen nach Brasilien und Marokko. »Afrikanische Spiele« und »Das Abenteuerliche Herz«. Übersiedlung nach Überlingen. 1939-1941 im Stab des Militärbefehlshabers Frankreich. 1944 Rückkehr Jüngers aus Paris nach Kirchhorst. 1946-1947 »Der Friede«. 1950 Übersiedlung nach Wilflingen. 1965 Abschluß der zehnbändigen »Werke«. 1966-1981 Reisen. Schiller-Gedächtnispreis. 1982 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main.1988 Mit Bundeskanzler Kohl bei den Feierlichkeiten des 25. Jahrestags des Deutsch-Französischen Vertrags. 1993 Mitterrand und Kohl in Wilflingen. 1998 Ernst Jünger stirbt in Riedlingen. Helmuth Kiesel, geboren 1947, Professor Dr. phil., war von 1990 bis 2015 Inhaber eines Lehrstuhls Professor für Geschichte der neueren deutschsprachigen Literatur am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg. Er ist u. a. Herausgeber der Kriegsbücher Ernst Jüngers und Verfasser zahlreicher Studien zur Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts.