»Es waren die Worte der Dichter, die mich begleitet, gerettet, getröstet haben.« Elke Heidenreichs ebenso persönliche wie begeisternde Reise durch die Welt der LiteraturDass Elke Heidenreich Literatur liebt, ist kein Geheimnis. Wie es ihr immer wieder gelingt, ein Millionenpublikum dafür zu begeistern, schon eher. In diesem Buch versammelt sie ihre schönsten Erinnerungen an Lektüren, die ihr im Leben besonders wichtig wurden. Als Teenagerin verfiel sie der dunklen Lyrik Gottfried Benns, wie sich Klugheit und Leidenschaft verbinden, erfuhr sie bei Simone de Beauvoir, Dylan Thomas feiert sie für seine verschwenderische Lebensgier, die sie selbst gut kennt. Sie verneigt sich vor großen Schriftstellerinnen wie Ruth Klüger. Und sie erinnert sich an einzigartige Künstler, die ihr zu engen Freunden wurden, wie Tomi Ungerer. Eine enthusiastische Leserin, die funkelnde Geschichten über eine lebenslange, große Liebe erzählt. Rezension »Keine kann so mitreißend von Büchern schwärmen wie Elke Heidenreich.« Irene Grüter, SRF, 18.08.26 Autorenportrait Elke Heidenreich lebt in Köln. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und arbeitete bei Hörfunk und Fernsehen. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Ernst-Johann-Literaturpreis 2021. Bei Hanser erschienen u.a.: »Der Welt den Rücken« (Erzählungen, 2001), »Passione« (Liebeserklärung an die Musik, 2009), »Alles kein Zufall« (Kurze Geschichten, 2016), »Männer in Kamelhaarmänteln« (Kurze Geschichten über Kleider und Leute, 2020), »Ihr glücklichen Augen« (Kurze Geschichten zu weiten Reisen, 2022), »Altern« (Hanser Berlin 2024) und zuletzt »Ach, eine Fanfare!« (Hanser 2026). Im Kinder- und Jugendbuch veröffentlichte sie u.a. »Nero Corleone kehrt zurück« (mit Quint Buchholz, 2011), »Nurejews Hund« (mit Michael Sowa, 2013) und »Erika« (mit Michael Sowa, 2015). 2023 folgte »Frau Dr. Moormann & ich« (Illustration: Michael Sowa).
Sprachen: Deutsch, Englisch Inhaltsverzeichnis A Midsummer Night's Dream Ein Sommernachtstraum Zur Übersetzung Anmerkungen Literaturhinweise Nachwort Autorenportrait William Shakespeare (23.4.1564 in Stratford - 23.4.1616 in Stratford) gehört neben Christopher Marlowe und Ben Jonson zu den maßgeblichen Protagonisten des Elisabethanischen Theaters. Der Sohn eines Handschuhherstellers besucht eine Lateinschule und beginnt mit seiner Mitgliedschaft bei den Lord Chamberlain's Men (später King's Men) seine Karriere als Schriftsteller, Lyriker und Schauspieler. Ab 1599 ist Shakespeare Teilhaber des Globe Theaters in London. 1612 zieht er zurück in seine Heimatstadt Stratford, wo er seinen Lebensabend verbringt. Neben 154 Sonetten und Versdichtungen werden ihm 38 Dramen zugeschrieben, die er in einem Zeitraum von 21 Jahren zu Papier bringt. Bekannt sind Geschichtsdramen, wie etwa »Julius Cäsar« (»Julius Caesar«), »Heinrich V.« (»King Henry V.«) oder»Richard III«. Daneben stehen Komödien wie »Ein Sommernachtstraum« (»A Midsummer Night's Dream«) oder »Viel Lärm um nichts« (»Much ado about nothing«) oder Tragödien, wie »Macbeth«, »Othello«, »Hamlet« und »König Lear« (»King Lear«). In »Romeo und Julia« (»Romeo and Juliet«) schuf Shakespeare eines der populärsten Liebespaare der Theatergeschichte.
Bestsellerautorin Elke Heidenreich schreibt ganz persönlich über ein Thema, das uns alle betrifft. Ein ehrliches Buch über das Altern, das Mut macht.Alle wollen alt werden, niemand will alt sein. Der Widerspruch ist absurd, das Leiden daran real. Wie lernen wir, so gut wie möglich damit zurechtzukommen? Geht das, alt werden und ein erfülltes Leben führen? Elke Heidenreich hat sich mit dem Altwerden beschäftigt. Herausgekommen ist dabei ein Buch, wie nur sie es schreiben kann. Persönlich, ehrlich, doch nie gnadenlos, mit einem Wort: lebensklug. Sie denkt über ihr eigenes Leben nach, und das heißt vor allem, über ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Im Alter trägt man die Konsequenzen für alles, was man getan hat. Aber mit ihm kommt auch Gelassenheit, und man begreift: »Das meiste ist vollkommen unwichtig. Man sollte einfach atmen und dankbar sein.« Rezension "Ein Loblied aufs Älterwerden, persönlich und süffig geschrieben, voller Trotz und Schalk, aber auch mit Zartheit und Melancholie." Yves Bossart, SRF, 6.12.24 "Ein optimistischer, gutgelaunter, aber auch schonungsloser Blick aufs Älterwerden. ... Diese Gelassenheit ist imponierend." Wolfgang Luef, Süddeutsche Zeitung Magazin, 15.07.24 "Ein putzmunteres, wunderbar kluges Buch übers Altern ... in vertraut heiterem Heidenreich Sound, immer direkt vom Herzen hinaus in die Welt. ... Elke Heidenreich ist ein weibliches Role Model mit Mission." Nicole Strecker, WDR3, 24.06.24 "Larmoyanz, Trübsal oder gar Angst sind wahrlich Elke Heidenreichs Sache nicht. Lesen ist ihre Sache, und daher überrascht es nicht, dass dieses Bändchen ein sehr artenreiches Florilegium ist ... Eine schöne, schlanke Handreichung ..., manchmal ein bisschen grantig, immer sehr persönlich." Alexander Menden, Süddeutsche Zeitung, 24.05.24 "[Elke Heidenreich erzählt], warum das Alter trotz allem die schönste Phase unseres Lebens sein kann ... auf eine sehr schöne Weise, beeindruckend und berührend." Yves Bossart, SRF Sternstunde Philosophie, 24.08.24 "Und da ist diese Schreib-Kraft, ihre Fähigkeit, uneitel und pointiert über sich als Alternde, als Alte zu schreiben." Werner van Bebber, Tagesspiegel, 19.06.24 "Aber natürlich geht es in ihrem Essay vor allem um sie, Elke Heidenreich, ihr Altern, ihren Lebensmut, ihr Leben, von dem sie irgendwann beschlossen hat, es sich selbst als ein glückliches zu erzählen. ... Das sind die zwei Elke Heidenreichs. Die helle, lobende und lachende ist ohne die zürnende nicht zu haben." Volker Weidermann, Die Zeit, 08.05.24 Autorenportrait Elke Heidenreich lebt in Köln. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und arbeitete bei Hörfunk und Fernsehen. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Ernst-Johann-Literaturpreis 2021. Bei Hanser erschienen u.a.: »Der Welt den Rücken« (Erzählungen, 2001), »Passione« (Liebeserklärung an die Musik, 2009), »Alles kein Zufall« (Kurze Geschichten, 2016), »Männer in Kamelhaarmänteln« (Kurze Geschichten über Kleider und Leute, 2020), »Ihr glücklichen Augen« (Kurze Geschichten zu weiten Reisen, 2022), »Altern« (Hanser Berlin 2024) und zuletzt »Ach, eine Fanfare!« (Hanser 2026). Im Kinder- und Jugendbuch veröffentlichte sie u.a. »Nero Corleone kehrt zurück« (mit Quint Buchholz, 2011), »Nurejews Hund« (mit Michael Sowa, 2013) und »Erika« (mit Michael Sowa, 2015). 2023 folgte »Frau Dr. Moormann & ich« (Illustration: Michael Sowa).
Heinrich von Kleist greift in seinem 1807 veröffentlichten, aber erst 1899 uraufgeführten Lustspiel 'Amphitryon' einen beliebten Stoff aus der griechischen Mythologie auf: Göttervater Zeus (bei Kleist: Jupiter) wohnt während der Abwesenheit des Feldherrn Amphitryon dessen Gattin Alkmene bei und zeugt mit ihr den Halbgott Herakles. Die Probleme des Fürstenpaares werden in der Parallelhandlung um den Götterbooten Merkur, Amphitryons Diener Sosias und dessen Frau Charis ironisierend gespiegelt. Liegt in Molières 'Amphitryon' (1668), Kleists Vorlage (»Ein Lustspiel nach Molière»), der Schwerpunkt auf der Rivalität zwischen Liebhaber und Ehemann, so wird bei Kleist das Spiel zu einem Kampf um Bewusstsein, Identität und Entfremdung. Text in neuer Rechtschreibung. - Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Helmut Bachmaier. Inhaltsverzeichnis Amphitryon Anmerkungen Nachwort Autorenportrait Heinrich von Kleist (18. 10. 1777 Frankfurt a. d. O. - 21. 11. 1811 zwischen Potsdam und Berlin am heutigen Kleinen Wannsee) bewegte sich in romantischen Dichterkreisen, seine bis heute modern wirkenden Dramen und Erzählungen entziehen sich allerdings schematischen Stil- und Epochenzuordnungen.
Die Kernzelle von Andorra findet sich in Max Frischs Tagebuch als Eintragung des Jahres 1946. Andorra ist der Name für ein Modell: Es zeigt den Prozess einer Bewusstseinsveränderung, abgehandelt an der Figur des jungen Andri, den die Umwelt so lange zum Anderssein zwingt, bis er es als sein Schicksal annimmt. Dieses Schicksal heißt in Max Frischs Stück »Judsein«. Das Schauspiel erschien als Buchausgabe zuerst 1961. Ok Rezension »Das Stück jagt dem Leser kalte Schauer über den Rücken: Die Unausweichlichkeit der Ausbreitung der Rassenvorurteile, die Unmöglichkeit ihrer Rücknahme, die Vergeblichkeit aller Gegenwehr ist heute noch so beängstigend wie vor einem halben Jahrhundert.« Franz Schröpf Fantasia 1045e - Magazin für Phantastik Autorenportrait Frisch, MaxMax Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erschien Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.
Die Zuneigung zum Bruder wird ihr zum Verhängnis: Antigone wird auf Befehl Kreons bei lebendigem Leib eingemauert. Sie hatte es gewagt ihren Bruder Polyneikes zu bestatten, der gegen die Heimatstadt Theben ins Feld gezogen war. Damit handelte sie dem Verbot des Königs zuwider. Das »Recht der Götter« und das »Recht des Staats« stehen sich in diesem Konflikt unversöhnlich gegenüber. Sophokles' Tragödie aus dem Jahr 442 v. Chr. bringt damit zeitlose Fragen auf die Bühne: Wo sind die Grenzen der Selbstbestimmung des Einzelnen - und wo sind die Grenzen der Verfügungsgewalt des Staates? Autorenportrait Sophokles (496/496 v. Chr. in Kolonos - 406 v. Chr. in Athen) gehört neben Aischylos und Euripides zu den bedeutendsten Tragödiendichtern der Antike. Der Sohn eines Fabrikanten schrieb über 120 Stücke - von denen bis heute nur noch sieben vollständig erhalten sind - und ging im Wettstreit der Dramatiker 24 Mal als Sieger hervor. Aristoteles skizziert Sophokles in seiner »Poetik« als einen Erneuerer des Theaters: Er führte den dritten Schauspieler ein, erweiterte den 12-köpfigen Chor auf 15 und nutzte als Erster gemalte Bühnenkulissen. Sophokles' berühmtes analytisches Drama »König Ödipus« zeigt den im Dialog vollzogenen Erkenntnisprozess des gleichnamigen thebanischen Königs, der im Wissen über den selbst verübten Vatermord und die Heirat der eigenen Mutter endet. In »Antigone« stürzt der Konflikt zwischen weltlichem und religiösem Recht die Protagonistin in ein Dilemma, das sie letzten Endes das Leben kostet. Einige heutige Interpreten erkennen in ihrem Widerstand gegen Kreon einen mutigen Akt zivilen Ungehorsams.
Als Angriff auf die Institution der traditionellen und »kulinarischen« Oper sucht Brecht am Modell eines Amüsierbetriebes für Goldgräber, bei dem man, wenn man Geld hat, »alles dürfen darf«, das Wesen der spätkapitalistischen Gesellschaft zu erläutern. Kunstkritik und Gesellschaftskritik stehen nebeneinander. Ok Autorenportrait Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Neben Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war. Elisabeth Hauptmann wurde am 20. Juni 1897 in Peckelsheim geboren. Sie war Schriftstellerin, Übersetzerin, Dramaturgin und enge Mitarbeiterin Bertolt Brechts. Hauptmann und Brecht lernten sich 1924 kennen, und sie wirkte fortan an vielen seiner Stücke mit, so u. a. an der Dreigroschenoper und der Heiligen Johanna der Schlachthöfe. Nach Brechts Tod arbeitete Hauptmann als Dramaturgin am Berliner Ensemble und war maßgeblich an der Gründung des Brecht-Archivs sowie der Herausgabe der Brecht-Gesamtausgabe beteiligt. Elisabeth Hauptmann verstarb 1973 in Ost-Berlin. Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Neben Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war.
»Leise ist sein Werk gewachsen, schweigsam, wie immer das Große geschieht, im Abseits ist es entstanden, wie alles Vollendete geschieht.« Stefan Zweig Autorenportrait Rainer Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren. Nach dem Abbruch der Militärschule studierte er Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie in Prag, München und Berlin und schrieb Gedichte. Nach einer Liaison mit der verheirateten Lou Andreas-Salomé heiratete er 1901 Clara Westhoff, die Scheidung folgte schon im folgenden Jahr. Aus Geldnot nahm Rilke Auftragsarbeiten an und reiste 1902 nach Paris, wo das Gedicht Der Panther entstand. Rilke unternahm Reisen nach Nordafrika, Ägypten und Spanien. Rilkes Tagebuchroman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wurde 1910 veröffentlicht. 1919 siedelte er in die Schweiz über. In den 1920er Jahren erkrankte er an Leukämie und verstarb schließlich am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux in der Schweiz. Rainer Maria Rilke ist einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache. Seit dem Jahr 1900 ist er Autor des Insel Verlages, sein Werk wird hier geschlossen betreut.
»Diese Sammlung versteht sich als Reizangebot. Einige von der Zunft anerkannte Gedichte sind hier nochmals aufgegossen - sie sind von keiner Zunft auszulaugen -, der Nachdruck gehört allerdings den interessanten Beispielen. Sie hat keine andere Absicht, als auf ein facettenreiches, widersprüchliches, gefährliches, aber immer kompromißloses Werk zu verweisen.« Ok Rezension »Benn hat in einem höheren politischen Sinn immer noch mehr mit uns zu tun als sehr viele andere. Er war besser als seine Ideologie.« Theodor W. Adorno Autorenportrait Gottfried Benn, geboren 1886 in Mansfeld (Brandenburg), sah als Arzt und Sanitätsoffizier in beiden Weltkriegen täglich Elend und Verfall des menschlichen Körpers, als Dichter beschrieb er es in harten Worten. Seine Gedichte galten deshalb als geschmacklos, er selbst als Zyniker und Amoralist. 1933 trat er öffentlich für die Nationalsozialisten ein: ein »gründlicher, aber nur kurz dauernder« Fehler. Später verhängte das Naziregime ein Schreibverbot über ihn. Nach dem Krieg wurden ihm Ruhm und Ehrungen zuteil. Gottfried Benn starb 1956 in Berlin.
"Der dramatische Erstling Baal, der bislang als genialischer Wurf ohne Nachwirkung galt, in neuer Sicht: in drei abgeschlossenen Fassungen, die sich weitgehend vom heute bekannten Buchtext unterscheiden, spiegelt sich die Entwicklung des Dichters. Die erste Fassung, 1918 in Augsburg entstanden, ist die desillusionierende Erwiderung auf Johsts Grabbedrama Der Einsame, wobei Brecht dessen Handlungsführung teilweise übernimmt. 1919, in der zweiten Fassung, löst er sich von dem Gegenstand seiner Polemik und kommt zur unbeengten Entfaltung einer eigenen Sprache. Für die Berliner Aufführung im Februar 1926 beschreibt Brecht in einer »dramatischen Biografie« den »Lebenslauf des Mannes Baal«. Baal ist nun als Monteur in einem Autoschuppen angesiedelt; das vertraute Augsburger Milieu ist der Kälte einer technisierten Umwelt gewichen." Autorenportrait Brecht, BertoltBertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Neben Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war.
Bäume sind für Hesse Sinnbilder, die sich mit Erinnerungen verbinden, Symbole der Vergänglichkeit und Wiedergeburt, aber auch »alles Wachstums, alles triebhaften, naturhaften Lebens, aller Sorglosigkeit und geilen Fruchtbarkeit«. Sie sind für ihn Spiegel der Jahreszeiten, der Landschaften und Umweltbedingungen ihres Standorts. Autorenportrait Hermann Hesse, geboren am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Volker Michels, 1943 geboren, arbeitete zwischen 1969 und 2008 als Lektor im Suhrkamp- und Insel-Verlag. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag hier auf der Betreuung des Werkes Hermann Hesses, dessen literarischen, brieflichen und bildnerischen Nachlass er in über hundert Themen- sowie Materialbänden zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte erschloss. Überdies edierte er die erste Hesse-Gesamtausgabe in 21 Bänden und die zehnbändige Briefausgabe. Hermann Hesse, geboren am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.
Das Stück ist die Geschichte des Bürgers Gottlieb Biedermann, der die Brandstifter in sein Haus einlädt, um von ihnen verschont zu werden. Es entlarvt präzise eines Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Biedermann und die Brandstifter - eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der Inszenierung der biedermännischen Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen. Das »Lehrstück ohne Lehre« wurde am 29. März 1958 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung mit der Uraufführung des Nachspiels war am 28. September 1958 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Biedermann und die Brandstifter gehört seit Jahren nicht nur zum Theaterrepertoire, sondern auch zum Lekturekanon im Deutschunterricht. Ok Inhaltsverzeichnis Nachspiel. Leseprobe Max Frisch, am 15. Mai 1911 in Zürich geboren, starb dort am 4. April 1991. Seine wichtigsten Prosaveröffentlichungen: Tagebuch 1946-1949 (1950), Stiller (1954), Homo faber (1957), Mein Name sei Gantenbein (1964), Tagebuch 1966-1971, und viele andere mehr. Autorenportrait Frisch, MaxMax Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erschien Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.
»Es ist wichtig, Ernst / ernst zu sein« lautet der Originaltitel dieser »trivialen Komödie für ernsthafte Leute«, die Oscar Wildes berühmtestes und meistgespieltes Theaterstück ist. Ein brillantes, doppelbödiges, ja absurdes Spiel voller Witz und Charme, nach dem Motto: »In existentiellen Fragen ist Eleganz, nicht Ehrlichkeit das Entscheidende.« Autorenportrait Oscar Wilde, geb. 1854 in Dublin, studierte erst am Trinity College in Dublin, dann in Oxford, wo er sich mehr und mehr einem Ästhetizismus zuwandte, den er nicht nur in der Kunst, sondern auch im Leben zum Maß aller Dinge machte. 1884 heiratete er in London; zwei Söhne wurden geboren. In den folgenden Jahren entfremdete er sich zunehmend von seiner Frau und wurde sich wohl seiner homoerotischen Neigungen deutlicher bewusst. Gleichzeitig nahm sein Ruhm stetig zu; in rascher Folge entstanden Essays, sein einziger Roman 'Das Bildnis des Dorian Gray', die Märchen, Erzählungen und mehrere Theaterstücke. 1895 wurde er wegen seiner Liebesbeziehung zum jungen Lord Alfred Douglas in einen Prozess mit dessen Vater verwickelt, der ihm zum Verhängnis wurde: Wilde wurde zu Zwangsarbeit verurteilt und war nun gesellschaftlich, aber auch künstlerisch erledigt. 1897 aus seiner Einzelzelle entlassen, floh er nach Frankreich, unternahm noch einige Reisen und starb 1900 resigniert in Paris.
In seinem ungewöhnlichsten Trauerspiel durchbricht Gryphius bewusst die barocke Regelpoetik, um den "Wahrheitsanspruch" des Dramas um Leidenschaften und Vernunft in der Liebe zu untermauern. Autorenportrait Andreas Gryphius (2.10.1616 Glogau - 16.7.1664 Glogau) gehört mit seinen Sonetten und Dramen zu den wichtigsten Vertretern barocker Dichtkunst. Gryphius wächst in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs als Sohn einer lutherischen Familie auf. Seinen Vater verliert Gryphius im Alter von einem Jahr, seine Mutter stirbt etwa sieben Jahre später. Erst 1632 kann Gryphius wieder eine Schule in Frauenstadt besuchen. 1634 geht er auf das Gymnasium in Danzig. Der Adelige Georg von Schönborn unterstützt den mittellosen Gryphius, verhilft ihm zu einem Adels- und Magistertitel und lässt ihn zum Poeten krönen. Gryphius studiert in Leiden und bereist danach zwei Jahre lang Italien und Frankreich. Ab 1650 arbeitet er als Rechtsbeistand in Glogau.Sein bekanntestes Drama ist die »Absurda Comica oder Herr Peter Squentz«, in der die chaotische Aufführung eines Laientheaters am Hofe des Königs gezeigt wird. Weitere berühmte Dramen sind »Großmütiger Rechtsgelehrter oder Sterbender Aemilius Paulus Papinianus«, »Horribilicribrifax Teutsch«, »Cardenio und Celinde oder Unglücklich Verliebete«, »Catharina von Georgien« oder »Leo Armenius«. Der Nachwelt bleibt Gryphius als großer Schreiber antithetischer Sonette wie »Thränen des Vaterlandes«, »Es ist alles eitel«, »Ebenbild unseres Lebens«, »An die Welt« oder »An eine Jungfrau« in Erinnerung.
Der barocke Dichter und Dramatiker Andreas Gryphius ließ sich von einem realen Ereignis zu seinem Trauerspiel "Carolus Stuardus" inspirieren: Die Verurteilung und Hinrichtung von Karl I. ging wie ein Lauffeuer durch Europa. Das historische Drama von Andreas Gryphius nimmt sich des Märtyrertods Karl I. an. Inhaltsverzeichnis Carolus Stuardus Kurtze Anmerckungen über Carolum Zum Text LiteraturhinweiseNachwort Autorenportrait Andreas Gryphius (2.10.1616 Glogau - 16.7.1664 Glogau) gehört mit seinen Sonetten und Dramen zu den wichtigsten Vertretern barocker Dichtkunst. Gryphius wächst in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs als Sohn einer lutherischen Familie auf. Seinen Vater verliert Gryphius im Alter von einem Jahr, seine Mutter stirbt etwa sieben Jahre später. Erst 1632 kann Gryphius wieder eine Schule in Frauenstadt besuchen. 1634 geht er auf das Gymnasium in Danzig. Der Adelige Georg von Schönborn unterstützt den mittellosen Gryphius, verhilft ihm zu einem Adels- und Magistertitel und lässt ihn zum Poeten krönen. Gryphius studiert in Leiden und bereist danach zwei Jahre lang Italien und Frankreich. Ab 1650 arbeitet er als Rechtsbeistand in Glogau.Sein bekanntestes Drama ist die »Absurda Comica oder Herr Peter Squentz«, in der die chaotische Aufführung eines Laientheaters am Hofe des Königs gezeigt wird. Weitere berühmte Dramen sind »Großmütiger Rechtsgelehrter oder Sterbender Aemilius Paulus Papinianus«, »Horribilicribrifax Teutsch«, »Cardenio und Celinde oder Unglücklich Verliebete«, »Catharina von Georgien« oder »Leo Armenius«. Der Nachwelt bleibt Gryphius als großer Schreiber antithetischer Sonette wie »Thränen des Vaterlandes«, »Es ist alles eitel«, »Ebenbild unseres Lebens«, »An die Welt« oder »An eine Jungfrau« in Erinnerung.
Cyrano mit der langen Nase, der witzigen Rede und der schüchternen Seele, der Dichter und Philosoph, Soldat, Abenteurer und Phantast - es gibt in Frankreich keine beliebtere Bühnenfigur, kein Theaterstück, das so häufig gespielt wird wie Rostands mit hinreißendem Schwung verfaßte Komödie über das Leben des berühmten Gascogners. Jean-Paul Rappenau hat- mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle - daraus einen Film gemacht (1990), der die Verse des Stücks wortgetreu übernimmt.
In seinem ersten Drama 'Dantons Tod' (1835) zeichnet Georg Büchner ein düsteres Bild der Französischen Revolution. Er dramatisiert die Ereignisse zweier Wochen im März und April 1794 als Auseinandersetzung zwischen dem 'tugendhaften' Robespierre und dem 'sittenlosen' Danton. Büchners revolutionäres Stück wurde wegen seiner politischen Schärfe und mitunter drastischen Sinnlichkeit zu Lebzeiten des Autors nur zensiert gedruckt. Weil es schonungslos das Scheitern einer humanistischen Idee zeigt, ohne die Idee selbst zu verleugnen, ist 'Dantons Tod' ein Revolutionsstück von ungebrochener Aktualität. Text in neuer Rechtschreibung. - Der Text folgt der historisch-kritischen Ausgabe mit Quellendokumentation und Kommentar ("Marburger Ausgabe"). Autorenportrait Georg Büchner (17.10.1813 Goddelau bei Darmstadt - 19.2.1837 Zürich) beschäftigte sich bereits während seines Studiums der Medizin mit Geschichte und Philosophie und fand zum politischen Engagement, das u. a. zur Gründung von Sektionen der geheimen Gesellschaft für Menschenrechte führte. Ein Jahr später zwang ihn die von ihm verfasste Flugschrift »Der Hessische Landbote«, in der Büchner die Landbevölkerung zur Auflehnung gegen die Oberschicht aufrief, zur Flucht. Zu seinen bekanntesten Werken zählen »Dantons Tod«, das das Thema der Französischen Revolution aufnimmt, sowie das Lustspiel »Leonce und Lena« und das unvollendete Drama »Woyzeck«.
Die Arbeitsmoral dieser exemplarischen Aufzeichnungen ist ihre Genauigkeit, die, selbst wo sie aus der Verzweiflung kommt, eine Art von Freundlichkeit ist gegenüber der Welt. Was hier niedergeschrieben wurde, will nicht zur Nachahmung anstiften; aber man kann daraus leben lernen. Ok Autorenportrait Handke, PeterPeter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt am Main in der Regie von Claus Peymann.Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1970), Wunschloses Unglück (1972), Der kurze Brief zum langen Abschied (1972), Die linkshändige Frau (1976), Das Gewicht der Welt (1977), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre der Sainte-Victoire (1980), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Versuch über die Müdigkeit (1989), Versuch über die Jukebox (1990), Versuch über den geglückten Tag (1991), Mein Jahr in der Niemandsbucht (1994), Der Bildverlust (2002), Die Morawische Nacht (2008), Der Große Fall (2011), Versuch über den Stillen Ort (2012), Versuch über den Pilznarren (2013). Auf die Publikumsbeschimpfung 1966 folgt 1968, ebenfalls in Frankfurt am Main uraufgeführt, Kaspar. Von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee 1971), Die Unvernünftigen sterben aus (1974), Über die Dörfer (1981), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1990), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1992), über den Untertagblues (2004) und Bis daß der Tag euch scheidet (2009) über das dramatische Epos Immer noch Sturm (2011) bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012) zu Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße (2016).Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«2019 wurde Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
'Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe', das 1810 erschien und uraufgeführt wurde, war im 19. Jahrhundert eines der beliebtesten Theaterstücke und das meistgespielte Drama Heinrich von Kleists. Das "große historische Ritterschauspiel" handelt von Graf Wetter vom Strahl, Kunigunde von Thurneck und dem angeblichen Heilbronner Bürgermädchen Katharina, genannt Käthchen, die jedoch in Wahrheit die Tochter des Kaisers ist. Das fünfaktige Ritterschauspiel nimmt im dramatischem Werk Kleists eine Sonderstellung ein, da er die märchenhafte Elemente der damals recht beliebten romantischen Ritterdramen aufgreift - sie aber auch an manchen Stellen parodierend überzeichnet - und sprachlich den Blankvers mit längeren Prosapassagen mischt. Kleist greift im 'Käthchen von Heilbronn' zudem ein Thema auf, das in der Naturwissenschaft des beginnenden 19. Jahrhunderts lebhaft diskutiert wurde und auf großes Interesse stieß: den Somnambulismus bzw. das Schlafwandeln. Text in neuer Rechtschreibung. - Mit Anmerkungen von Dirk Grathoff. Autorenportrait Heinrich von Kleist (18. 10. 1777 Frankfurt a. d. O. - 21. 11. 1811 zwischen Potsdam und Berlin am heutigen Kleinen Wannsee) bewegte sich in romantischen Dichterkreisen, seine bis heute modern wirkenden Dramen und Erzählungen entziehen sich allerdings schematischen Stil- und Epochenzuordnungen.
Fred von Hoerschelmann ist ein Meister konzentrierten Erzählens, das Hörer und Leser menschlicher zu machen sucht, indem es sie spannend unterhält. Sein »Schiff Esperanza«, in ein Dutzend Sprachen übersetzt, ist wohl das erfolgreichste deutsche Hörspiel überhaupt. Text in neuer Rechtschreibung Inhaltsverzeichnis Das Schiff Esperanza. Hörspiel Nachwort von Heinz Schwitzke Autorenportrait Fred von Hoerschelmann (16.11.1901 Hapsal, Estland - 2.6.1976 Tübingen) studierte Philosophie, Kunstgeschichte und der Literaturwissenschaften in München. Als Schriftsteller machte von Hoerschelmann mit seinen ersten Erzählungen, die u. a. im »Berliner Tageblatt« und der »Frankfurter Zeitung« erschienen, von sich reden. Von Hoerschelmann wurde vor allem auch als Hörspielautor bekannt. Das berühmteste Werk unter den mehr als zwanzig Hörspielen und etwa dreißig Funkbearbeitungen literarischer Vorlagen ist »Das Schiff Esperanza« von 1953.